Sehr oft kann man lesen das Katana aus Damast oder Damaszener Stahl hergestellt werden. Aber egal wie oft das geschrieben oder gesagt wird, es ist falsch.
Damast-Stahl ist eine europäische Erfindung. Schon die Römer haben Klingen in Damast- Bauweise hergestellt. Wie kam es dazu? Das Schwert war eine sehr wichtige Waffe der Legionäre. Darum wurden nur die besten Stähle für die Produktion verwendet. Als die Armeen immer grösser wurden und mehr Schwerter gebraucht wurden als es gute Stähle gab, haben findige Schmiede gute und schlechte Stähle kombiniert und zusammen verarbeitet. So konnten mehr Schwerter hergestellt werden und die Eingeschaften der Schwerter waren sogar besser als bei nur einem Stahl. Aber nicht nur die Römer haben so Ihre Schwerter hergestellt, auch im Mittelalter wurde die Methode weiter verwendet. Speziell an dieser Methode ist auch das beim schleifen und polieren vom weicheren Stahl mehr abgetragen wird als vom harten. So entsehen die sehr schönen Muster, die jede Klinge einzigartig machen.
Bei einem Katana werden oft auch zwei oder mehr Stähle verwendet. Diese werden aber unabhänig voneinader gefaltet und erst nachher verbunden. Sonst wären die Querschnitte, wie man Sie hier sehen kann ja gar nicht möglich. Es kommt also, im gegensatz zum Damast- Stahl, nicht zu einer vermischung vom härteren und weicheren Stahl. Beim polieren der Klinge kommt deswegen auch kein so deutliche faltung zur geltung wie beim Damast- Stahl. Oft sieht man nur im bereich des Hamon die Faltungen.
Die Faltungen bringen eigentlich keinen Vorteil. Ausser optisch natürlich. Egal wie oft die Klinge gefaltet wird, sie schneidet deswegen nicht besser. Das ist ebenfalls ein Mythos. Warum dann der ganze Aufwand? Früher war die Qualität des Stahls viel schlechter als heute. Der Schmied konnte mit langem schmieden die Qualität des Stahles deutlich verbessern. In Europa war es gebräuchlich das Schmiedestück immer wieder zu „stauchen“ und neu auszuschmieden. Die Japaner falteten das Schmiedestück und schmiedeten es wieder aus, usw.. Dank seinem Fachwissen und seiner Kunstfertigkeit konnte der Schmied die Stahlqualität entscheidend verbessern.
Wie viele Lagen?
Die Berechnung der Lagen bei einer Monostahlklinge ist sehr einfach.
1. Faltung = 2 Lagen
2. Faltung = 4 Lagen
3. Faltung = 8 Lagen
4. Faltung = 16 Lagen
5. Faltung = 32 Lagen
6. Faltung = 64 Lagen
7. Faltung = 128 Lagen
8. Faltung = 256 Lagen
9. Faltung = 512 Lagen
10. Faltung = 1024 Lagen
11. Faltung = 2048 Lagen
12. Faltung = 4096 Lagen
13. Faltung = 8192 Lagen
14. Faltung = 16384 Lagen
15. Faltung = 32768 Lagen
usw.
also einfacher gesagt 2 hoch x
x = Anzahl Faltungen.
Bei zwei Stählen wird der äussere, harte Stahl mehr gefaltet als der innere. Wird der innere 8 x (= 256) und der äussere 14 x (= 16384) gefaltet so ergibt das 16640 Lagen für eine Klinge.
Wie oben bereits erwähnt konnte der Schmied die Qualität des Stahls markant verbessern indem er die Klinge immer wieder ausschmiedet und faltet. Das ist natürlich optisch ein Unterschied. Aber heute ist Stahl in viel besserer Qualität erhältlich als noch vor 200 Jahren und somit gibt es ganz nüchtern betrachtet keinen technischen oder metalurgischen Grund die Klinge zu falten.
Fazit: Ob die Klinge gefaltet ist oder nicht beinflusst die Qualität des Katana nicht wirklich. Aber optisch und aus traditin ist es natürlich immer schöner wenn man bei einer Klinge die Faltungen sehen kann. Und wie geschrieben: Katana bestehen nicht aus Damast Stahl!
Massgebend für eine gute Klinge ist die Arbeit und das Wissen des Schmiedes.
Mehr Informationen zu Damaszener Stahl: https://de.wikipedia.org/wiki/Damaszener_Stahl.