Es gibt viele Fehler, die beim Schmieden oder durch falsche Behandlung entstehen können. Man unterscheidet zwischen fatalen Fehlern, die die Klinge unbrauchbar machen, und nicht-fatalen Fehlern, die korrigierbar sind oder nur das Erscheinungsbild des Schwerts stören.
Die Fehler sind im Einzelnen:
- Karasunokuchi (からすのくち): Ein Riss in der Klingenspitze. Wenn der Riss mehr oder weniger parallel zur Schneide verläuft, trennt er somit den gehärteten vom ungehärteten Bereich. Ist dadurch die Form der Klinge stark beschädigt, so ist die Klinge verloren.
- Shinae (撓え): Minimale Biegestellen, die eine Materialermüdung durch Biegung anzeigen. Diese Stellen laufen meistens rechtwinklig zur Schneide im ungehärteten Stahl. Sie sind eher harmlos.
- Fukure (膨れ): Einschlüsse vom Falten des Stahls, meist Schweißfehler durch Zunder oder Kohle. Die Einschlüsse können bei der Politur freigelegt werden und sind optisch äußerst hässlich. Sie mindern die Schönheit und natürlich auch die Qualität der Klinge.
- Kirikomi (切り込み): Scharte im Klingenrücken, die bei einer Parade mit dem Schwert entsteht. Diese Fehler sind nicht fatal für die Klinge. Im Rahmen einer kompetenten Politur werden sie nach Möglichkeit entfernt. Bei alten, bereits dünn gewordenen Klingen belässt man sie als Zeugnis eines Kampfeinsatzes.
- Umegane (埋め金): Eine Korrekturstelle von einem Schmied, um einen Fehler auszugleichen oder zu überdecken. Umegane sind auch Stahleinlagen, um den durch häufige Polituren hervortretenden Kernstahl zu kaschieren.
- Hagire (はぎれ): Durch eine keilförmige Scharte in der Härtelinie (hamon) oder aber eine starke Biegung der Schneide kann ein Haar-Riss entstehen, der „Hagire“ genannt wird. Die Scharte ist gewöhnlich gut zu erkennen und für die Klinge nicht allzu gefährlich. Der Riss hingegen ist sehr schwer zu erkennen und zudem fatal für die Klinge.
- Hakobore (刃毀れ): Eine grobe, zylindrische Scharte, die sich nicht durch den gehärteten Stahl hindurch zieht, sehr wohl aber einen Riss verursachen kann.
- Hajimi (はじみ): Durch Nachschärfen entstandene Mattierung der Klinge. Die Klinge verliert ihren Glanz. Dies ist eine häufige Alterserscheinung, ansonsten aber harmlos.
- Nioi Gire (匂切れ): Entweder eine Härtelinie, die an ihrer Grenze zu dem ungehärteten Stahl nicht klar konturiert ist, der Stahl ist aber vollständig ausgehärtet. Ein guter Schleifer kann diesen Fehler kaschieren. Oder aber ein fataler Härtefehler: die Härtelinie ist an einer Stelle durchgehend nicht vorhanden, der Stahl ist daher an dieser Stelle auch nicht ausgehärtet und die Schneide hat keine ausreichende Härte.
- Mizukage (水影): Eine Verschattung durch erneutes Abschrecken bzw. Härten einer Klinge, meistens an der Schneidekante am Klingenanfang.
- Shintetsu (しんてつ): (übersetzt: „Herz-Eisen“). Durchpolierte Klinge; der manchmal nur wenige Zehntelmillimeter dicke Stahlmantel des Katanas ist an einer Stelle durchpoliert, und die Sandwichkonstruktion, die darunter liegt, ist zu sehen. Meistens ist das Schwert dann „ermüdet“ (siehe Tsukare).
- Tsukare (疲れ) (ohne Abbildung): Eine durch häufiges Nachschärfen entstandene dünne Klinge(nschneide). Da eine häufig benutzte Klinge oft nachgeschliffen werden musste, wurde Material abgetragen. Eine Klinge kann aber nicht nur an der Schneide geschliffen werden; damit die Gesamtform und die Proportionen erhalten bleiben, muss immer die Klinge komplett geschliffen werden. Die Übersetzung für Tsukare bedeutet: „(Material-)Ermüdung“.
Quelle: Wikipedia
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