Bushido

Wohl fast jeder kennt den Begriff des Bushido und setzt ihn mit dem Ehrenkodex des Samurai gleich. Das ist richtig, aber auch falsch. Während den vielen japansichen Kriegen bis zur Tokugawa Zeit gab es den Ehrenkodex des Bushido nicht oder nicht so wie wir ihn uns vorstellen. Und wie die Geschichte zeigt, war das verhalten der Kriegerkaste oft alles andere als einem Kodex entsprechend. Veraht und List gehörten zum altag und waren eher die Regel als die Aussnahme. Die Bushi dieser Zeit hatten natürlich eine unglaubliche Körperbeherschung und sie giengen ohne Todesfurcht in den Kampf. Aber einen Kodex der das verhalten bis ins Detail regelte gab es nicht. Die bekannteste Niederschrift des Bushido von Inazo Nitobe stammt sogar aus einer Zeit, in der es keine Samurai mehr gegeben hat. Auch was genau der Kodex beinhaltet wird verschieden interpretiert und ausgelegt.

Was beinhaltet aber nun der Bushido.

Hier die wohl am meisten Zitierten sieben Tugenden.
1. Gi (義): Aufrichtigkeit und Gerechtigkeit
2. Yu (勇): Mut
3. Jin (仁): Güte
4. Rei (礼): Höflichkeit
5. Makoto (誠) oder Shin (真): Wahrheit und Wahrhaftigkeit
6. Meiyo (名誉): Ehre
7. Chūgi (忠義): Treue oder auch Chū (忠): Pflicht und Loyalität

Die fünf Hauptforderungen des Bushidō waren:
Treue
Treue gegenüber deinem Herrscher und Heimatliebe
Treue und Achtung vor den Eltern
Treue zu dir selbst, Fleiß
Höflichkeit
Liebe
Bescheidenheit
Etikette
Tapferkeit
Härte und Kaltblütigkeit
Geduld und Ausdauer
Schlagfertigkeit
Offenheit und Aufrichtigkeit
Ehrgefühl
Gerechtigkeit
Einfachheit
Reinheit
Manche religiös orientierte Schriften ordnen das Bushidō auch in sieben Tugenden (ur-sprünglich, s.o.), entsprechend den sieben großen Kami des Shinto: Ehrlichkeit, Mut, Mitge-fühl, Höflichkeit, Ehrhaftigkeit, Aufrichtigkeit und Loyalität.

bushido

Die Regeln des Bushido nach Masaki Hatsumi
1. Begreiffe zuallererst, dass das ertragen von Mühsal nur eine kurze Zeitlang andauert.
2. Auf dem Weg des Menschen gibt es keinen Ungehorsam.
3. Befreie dein Herz von Gier, Genusssucht und Voreingenommenheit.
4. Verstehe, dass Traurigkeit und Leid natürlichen Ursprungs und ein Geschenk der Götter sind. Erkennt man diesen Segen der Götter, vermag man deren mysteriöse Spuren zu sehen.
5. Verlasse niemals mit dem Herzen den Pfad der Religion oder den Weg des Kriegers, widme dich intensiv der Literatur und der Kampfkunst.

Die Regeln, die für den Kenshi (Schwertheiligen, der den Weg des Schwertes gehenden) gelten.
Von diesen vier Krankheiten musst du dich befreien.
• Angst
• Zweifel
• Überraschung
• Verwirrung

Aus Wikipedia
Bushidō heute
Wegen der Forderung nach einer bedingungslosen Unterwerfung des Individuums unter einen Fürsten oder ein Ordnungsprinzip wird Bushidō vor allem in der westlichen Gesellschaft von vielen als nicht mehr zeitgemäß angesehen.
Bushidō hat heute aber durchaus noch seine Bedeutung in den traditionellen japanischen Kampfkünsten. In der sportlichen Auseinandersetzung ist der Gegner deshalb nicht als Feind zu betrachten. Er soll vielmehr als Freund gesehen werden, der es einem ermöglicht, seine eigenen Fähigkeiten zu erproben.
Das Prinzip des Bushidō ist jedoch weitreichender als aus dem vergangenen zeitlichen Kon-text Japans überliefert worden ist. Die besonders skeptisch betrachtete Treue bedeutet die Loyalität der eigenen Prinzipien und Herkunft gegenüber, was in damaliger Zeit das Kaisertum als höchste Instanz der kulturellen und ethnologischen Wurzeln, sowie der Philosophie war.
Heute stellt sich oft die grundsätzliche Frage nach Werten in hoch industrialisierten Staaten. (siehe Wertewandel) Der Wandel zum demokratisch-kapitalistischen System nach westli-chem Vorbild, verbunden mit hohen Luxusangeboten und -ansprüchen, verdrängt leicht das Bewusstsein für außerwirtschaftliche Aspekte des Lebens. Religion, in welcher Form auch immer, wird als kulturelles beziehungsweise traditionelles Anhängsel leicht abgetan. (vgl. u.a. Deutschland) Auch im Sinne der Mangelhypothese, also einer Präindustrialisierung, kann Religion eine geringere Priorität zugewiesen werden. Hier setzt das Bushidō an und manifestiert die Treue zu Wert und Leben.
Der Aspekt der „Treue zu dir selbst“ (ausgelegt als Fleiß) lässt sich ebenso schnell missdeu-ten. Hier ist das Bewusstsein für sich selber als Mensch, Familienmitglied und liebender Mensch gemeint, der sich nicht aufgibt und Ziele im Leben hat. Der Fleiß ist eine Facette zur Erreichung dieser Ziele, endet aber im Leistungswahn, welcher wieder zum Selbstverlust des Menschen führt.
In der Postmoderne Japans findet ein Prozess der „Selbstfindung“ auf der Suche nach Prin-zipien statt, wie sie das Bushidō liefert. Er bezeugt den Selbstverlust der Japaner, aber auch anderer Länder und Völker, welcher während der Verwestlichung einsetzte und in asiatischen Ländern Wellen von Nationalbewegungen auslöste.
Literatur
Im Stile der Zeit:
• Allyn, John; Die Geschichte der 47 Rônin. (Historischer Roman, dt. 2003) Verlag schlatt-books, Lauda-Königshofen (2003) ISBN 978-3-937745-12-1
• Noishiki Toshie; Harakiri – Die 47 Ronin; Berlin 1938; (deren Geschichte auch heute noch an Japans Schulen gelehrt wird. Die Stätte ihres kollektiven Selbstmordes ist Weihestätte)
• Inazo Nitobe: Bushido. Die Seele Japans. Erweiterte Ausgabe. Angkor Verlag, 2003. ISBN 3-936018-16-2
• Inazo Nitobe: Bushido – The Soul of Japan. 1904, im englischsprachigen Project Gu-tenberg
• Miyamoto Musashi: Das Buch der fünf Ringe. Econ Verlag, 1999, ISBN 3-430-16967-4
• Tsunetomo Yamamoto: Hagakure. Band I+II. Kabel-Verlag. ISBN 3-8225-0644-3

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